Kurzfassung: lokale KI-Systeme im Einzel- und Kleinbetrieb
LOKALWERK v0.3, Stand 21. September 2026
Worum es geht
Ein KI-System, das vollständig im eigenen Betrieb läuft, ist seit etwa zwei Jahren keine Frage der Größe mehr, sondern der Ordnung. Die Bestandteile sind vorhanden und überwiegend offen lizenziert. Was fehlt, ist die Entscheidung, welche davon in welcher Reihenfolge und mit welchen Grenzen betrieben werden.
Die vier Sätze, auf die es ankommt
Das Modell versteht, erklärt und ordnet. Es rechnet nicht und entscheidet nichts nach außen. Gerechnet und geprüft wird von Fachwerkzeugen: Datenbank, Übersetzer, Regelprüfung, Messwert, Quelle mit Fundstelle. Wo diese Zuordnung fehlt, entsteht ein System, das plausibel klingt und nicht belastbar ist.
Fachwissen gehört in den Abruf, Arbeitsweise in die Anpassung. Wer Wissen ins Modell trainieren will, zahlt viel und bekommt wenig; der kontrollierte Vergleich fällt eindeutig zugunsten des Abrufs aus. Umgekehrt lassen sich Form, Ton und wiederkehrende Arbeitsschritte mit etwa tausend geprüften Beispielen verlässlich festlegen.
Jede Wirkung nach außen braucht einen benannten Menschen. Lesen und Entwerfen dürfen ohne Rückfrage laufen. Senden, Löschen, Kaufen, Rechte ändern und Befehle mit erhöhten Rechten nicht. Das ist keine Vorsicht, sondern der Unterschied zwischen einem Werkzeug und einem Risiko.
Ohne Prüfsatz gibt es keine Aussage. Fünfzig echte Vorgänge, nach Kunde getrennt, einmal festgelegt und danach nicht mehr angefasst. Alles Weitere — Verbesserung, Verschlechterung, Vergessen — wird daran gemessen und sonst nirgends.
Was es kostet
Die Anpassung eines Modells mittlerer Größe braucht heute eine einzelne Grafikkarte mit 8 bis 24 GB und dauert Minuten bis wenige Stunden je Durchlauf. Für den Dauerbetrieb ist die Aufteilung auf zwei Maschinen in der Regel wirtschaftlicher als ein durchgehend laufendes Gerät mit großer Karte: der stromsparende Server trägt Daten, Suche und Abläufe, die teure Rechenleistung wird nur bei Bedarf eingeschaltet.
Der größte Posten ist nicht die Hardware, sondern die Arbeitszeit für Aufbereitung, Prüfung und Freigabe. Sie gehört in die Kennzahl Kosten je Vorgang und wird regelmäßig weggelassen.
Die drei Punkte, die eine Entscheidung erfordern
Verwendungsart. Nur im eigenen Betrieb, als Dienst für Dritte oder als weitergegebene Software — daraus folgen völlig verschiedene Lizenzpflichten. Von 146 erhobenen Werkzeugen tragen bei reiner Eigennutzung 5 eine Auflage, bei Weitergabe 56. Mehrere Werkzeuge der Automatisierungskette schließen den Dienst für Kunden ausdrücklich aus.
Vertrauliche Daten. Ein auf Betriebsdaten angepasstes Modell gilt nicht ohne Weiteres als anonym, und wer es abfragen darf, hat faktisch Zugriff auf alles, was es gelernt hat. Vor jeder Anpassung stehen: Personenbezug entfernen, Doppelte entfernen, Muster statt Einzelfall, Zugriffstrennung.
Sicherheitsausrichtung. Nachtraining verschlechtert sie messbar, auch bei harmlosen Daten, und das ist an der Zielaufgabe nicht ablesbar. Wer anpasst, misst sie eigenständig nach — sonst fällt der Verlust erst auf, wenn ihn jemand ausnutzt.
Was dieses Paket liefert
Ein Werkzeug mit vier Bereichen (Architektur, Anpassung, Orchestrierung, Kennzahlen), das ohne Netzverbindung im Browser rechnet; ein Register von 146 Werkzeugen mit Lizenz, Fundstelle und Bewertung je Verwendungsart; sechs Fachpapiere deutsch und englisch; ausführbare Vorlagen für Prüfsatz, Datenaufbereitung und Kennzahlenrechnung.
Was es nicht liefert: eine Rechtsberatung, eine Hardwareauslegung und eine Entscheidung darüber, ob der Betrieb diesen Weg gehen will.
Der erste Schritt
Fünfzig abgeschlossene Vorgänge als Prüfsatz festschreiben. Das kostet einen halben Tag, ist ohne jede Anschaffung möglich und entscheidet darüber, ob alles Weitere messbar wird oder Meinung bleibt.