Abstract

Während die Schichtenanalyse der Raumzeit in Schicht 3 mit einer Handvoll konkurrierender Lesarten arbeitet, zerfällt die ontologische Schicht der Quantenmechanik in mindestens sieben mathematisch äquivalente, ontologisch radikal unterschiedliche Interpretationen. Dies ist nicht ein Mangel, sondern der definierende Befund der QM: Vorhersagepräzision auf zwölf Dezimalstellen, ontologisch offen seit hundert Jahren.

Vier Schichten (übernommen)

1 – Phänomen

Spektrallinien, Doppelspalt bis ~2.000 amu, Bell-Tests, QED auf 10⁻¹² – reproduzierbar.

2 – Rechenapparat

Hilbertraum, Schrödinger, Born-Regel, QFT – konsistent, präzise.

3 – Ontologie

Mindestens sieben Lesarten, alle empirisch äquivalent.

4 – Pädagogik

Schicht 3 wird als Schicht 1 verkauft. Schrödingers Katze als Lehrbuch-Inversion.

Interpretations-Inventar

InterpretationWas ist real?Tradition
KopenhagenApparate, MessresultateBohr, Heisenberg, Pauli
Many-WorldsUniverselle ψ, alle ZweigeEverett, Deutsch, Wallace
Bohmsche MechanikTeilchen mit Bahnen + FührungsfeldDe Broglie, Bohm, Dürr/Goldstein
QBismBeobachter und seine ErwartungenCaves, Fuchs, Mermin
Relationale QMRelationen zwischen SystemenRovelli
Consistent HistoriesKonsistente GeschichtenGriffiths, Omnès, Gell-Mann/Hartle
Objektiver Kollaps (GRW)ψ + Kollaps-MechanismusGhirardi/Rimini/Weber, Penrose

Im Standardbereich produzieren alle Lesarten dieselben Schicht-1-Vorhersagen. Experimentelle Diskrimination ist mit aktuellen Mitteln nicht oder kaum möglich.

Kern-Diagnose

"Es weiß keiner, wie ein Elektron ausschaut." – Diese Aussage ist in Schicht 3 sachlich korrekt. Sie bezeichnet keinen Wissensmangel, sondern den offenen interpretativen Horizont eines extrem gut funktionierenden Rechenapparats.

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Raumzeit-Schichtenanalyse v0.1 — Methoden-Grundlegung dieser Vier-Schichten-Diagnose.